Wenn wir sterben, gehen wir zurück in unser Herz.

Was ist für uns wichtig, wenn wir mit unserem eigenen, oder dem Tod eines lieben Menschen konfrontiert werden? Wenn wir uns oft einer Sinnlosigkeit hilflos ausgeliefert fühlen, weil wir gegen eine Krankheit nicht ankommen und sich dann automatisch die Frage stellt, ob Menschen einfach so im Nichts verschwinden können. Die Welt verlassen, sich selbst verlieren?

Gedanken an den Tod, von dem wir so wenig wissen. Gedanken die wir Zeit unseres Lebens so lange verdrängen, bis wir ihnen direkt gegenüberstehen und ihnen nicht mehr ausweichen können.

Ist es dann wichtig, dass wir an ein Leben nach dem Tod “glauben” können? Aus was besteht dann dieser Glaube wirklich, als aus einem verzweifelten Klammern an die letzte Hoffnung, da draußen möge irgend etwas sein, das mehr ist als unsere physische Welt? Bei den meisten Menschen aber wird dieser Glaube unterwandert von Angst und Zweifel, es könne eventuell doch nicht so sein. Die Angst, dieser Abschied könne der Letzte sein, für immer und ewig. In diesen Momenten sucht uns dann wieder die Sinnlosigkeit heim. Und die Verzweiflung.

Es stellt sich die Frage, ob es unsere Religionen geschafft haben, uns wirkliches Vertrauen in Gott und die Wiederauferstehung zu geben.

Der Glaube alleine hilft uns nicht weiter. 

Wer an einen Gott oder an ein Leben nach dem Tod “glaubt”, weil ihm dieser Glaube als Wahrheit beigebracht wurde, bekommt spätestens dann ein Problem, wenn die Frage nach dieser Wahrheit lebensentscheidend wird und nur noch wenig Zeit übrig bleibt. In diesen Momenten entscheidet sich für jeden Einzelnen, ob dieser Glaube ein festes Fundament hat, oder auf  Angst gebaut ist. Wenn im Moment des Sterbens die Angst überwiegt, gehen wir verwirrt und voller Zweifel und lassen oft genauso verwirrte und ängstliche Angehörige zurück.

Die alten Kulturen machen es uns vor.

Zu Zeiten der alten Ägypter wurden hohe Pyramiden gebaut, um dort die Könige zu begraben. Wie die wenigsten Menschen aber wissen, wurden diese Bauten nicht nur als Grabstätten benutzt, sondern dienten vor allem zu Lebzeiten den Pharaonen, sich auf das Land hinter dem Leben vorzubereiten. Viele Male begaben sie sich dort hinein, erkundeten diese innere Welt und bauten bereits ein vollständiges und sicheres Zuhause. Ebenso alle Schamanen, die bis heute in ihren Ritualen dem Tod begegnen müssen. Sie sagen, wer einmal dem Tod gegenüber stand, wird nie wieder sterben.

Tausche den Glauben gegen Gewissheit

Die bekannte Ärztin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross sagte “Wer keine Angst hat, die Wahrheit zu suchen, wird sie auch finden”. Was auch sie wusste ist, dass es für jeden Menschen, egal ob er noch drei Monate oder 50 Jahre zu leben hat, möglich ist, selbst zu erfahren, was ihn nach dem Tod erwartet. Er kann herausfinden, wie es dort aussieht und was auf ihn wartet. Dabei begegnen ihm natürlich auch Ängste und alte Schuldgefühle. Allerdings sind dies dieselben Ängste, die uns auch schon zu Lebzeiten behindern. Es spielt also keine Rolle, wie lange jemand noch zu leben hat, wenn er sich für diesen Weg entscheidet. Eine Auseinandersetzung mit dem Tod kann Leben bringen. Selbst da, wo zu Lebzeiten eigentlich nur Tod war.

Der Tod bedingt das Leben

Während meiner Arbeit als Weltenwandler begegnete mir das Sterben und gehen lassen, mehr als häufig. Was allerdings der Tod wirklich ist, erfuhr ich erst in der Nacht nach einem schweren Unfall. Ich war überrascht, dass er nicht im Ansatz so ist, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Überwältigt von seiner Anmut und Schönheit und der Tatsache, dass er mich ins Leben zurückbrachte. Dort erfuhr ich, dass das Leben in all seiner Intensität viel schwerer zu tragen ist, als der Tod und es nicht den kleinsten Grund zur Sorge gibt.

In der Begleitung von Sterbenden und deren Liebsten möchte ich meine Erfahrung in diesem Bereich an viele Menschen weiter geben. Es ist mein Wunsch, etwas von dieser Angst und Verzweiflung umzuwandeln in Erfahrung und Vertrauen. Dabei geht es nicht darum, einfach nur eine schöne Vorstellung zu erschaffen, die uns das Sterben erleichtert, sondern darum, das tiefe Wissen und die Weisheit wieder greifbar zu machen, die in jedem einzelnen Menschen existiert.

Wo wohnt unsere Seele? Wie funktioniert die Welt und was bleibt von uns, wenn wir gehen? Diese und andere Fragen müssen nicht auf ewig im Dunkel bleiben. Und wir auch nicht.