Wenn ein Mensch geboren wird, sind Geist, Seele und Körper noch rein und unberührt von den Einflüssen der Welt. Im Laufe seines Lebens macht er viele Erfahrungen, die er entweder als heilsam oder verstörend empfindet. Diese Erfahrungen, seien es eigene oder die seiner Familie, nimmt der Mensch nach und nach in sein eigenes System auf und definiert darüber seine Persönlichkeit, seine Wünsche oder Abneigungen und damit sein ganzes Leben.
Manchmal kann es passieren, dass dabei sich widersprechende Bedürfnisse entstehen, die dem Gefühl des Glücks im Wege stehen. Die Psychologie nennt dies dann “Neurose”. Der Mensch kann oft nicht mehr unterscheiden, welche denn nun seine eigenen, und welche die fremden Bedürfnisse sind, die er in sich trägt. Oft versucht er dann mit großer Mühe, so zu leben, wie er glaubt, dass es richtig ist. Die Seele aber streikt und das nennt sich dann “Blockade”.
Dort wo es zu früheren Zeiten die “Alten” und “Weisen” gab, die den jungen und verirrten Gefährten etwas über die Funktionsweise der Seele erzählten, versuchen wir heutzutage mit ausgefeilten Methoden jeden, der aus der Reihe fällt, wieder gesellschaftsfähig zu machen. Unentwegt fügen wir etwas an Normen und Regeln hinzu, in der Hoffnung, die Seele möge einsehen, wie sie zu sein hätte, anstatt sie zu fragen, wie sie denn eigentlich ist.
Oft sind Ängste und Verzweiflung die Folge. Angst davor, nicht gut genug zu sein, Angst vor Ablehnung und Einsamkeit.
Was also kann Therapie sinnvoller Weise sein, als der Versuch, aus all dem Chaos Stück für Stück die aufgesetzten Teile der Seele abzuheben, um sie so zu entlasten? Ein Weg, bei dem ein Mensch lernt, wo seine Stärken liegen, anstatt dauernd zu erfahren, was er alles falsch macht. Die vielen verschiedenen Gefühle von den Lebensgeschichten zu trennen und hinter den Vorhang der Realität zu blicken, um letztendlich wieder einen Blick auf das zu erhaschen, was er im Grunde seines Wesen ist.